Suchhilfen für zielgerichtetes Suchen im InternetWie suchen wir heute und morgen mit Suchmaschinen?

Inhaltsverzeichnis
Der Artikel beschreibt aktuelle Entwicklungen von Suchtechniken und aktuellen Suchmaschinen einschließlich Personalisierung aus der Sicht des Anwenders und wie Presseverlage versuchen, auf diese Entwicklungen (z.B. Inhalte auf E-Books) zu reagieren. (04.04.2010)

[ Das Wesentliche in Kurzform ]  [ Unterstützung für informationssuchende User
[ Änderungen der Suchmaschinen ]  [ Besser Finden — Suchtechniken im Wandel [Widgets, Gadgets und ähnliche Tools]  [Suchergebnisse berechnen statt nachschlagen]  [RSS-Feeds als Nachrichten, Web Slices ...]  [Softwarelösungen für Unternehmen
[ Google SearchWiki ]  [ Suchergebnisse redaktionell bewerten ]  [ Sucheingrenzung und Suchmaschinen-Spam ]  [ Persönliche Startseiten ]  [ Persönliche Zeitung und Lesevergnügen [Persönliche Spezialzeitungen im Abo [ Blogger vs. Journalismus und Geld verdienen ]  [ Recherche im Web am Beispiel "Wilhelm" zu Guttenberg [Nutzung von Medien und Recherche im Netz
[ Fazit zur Suche von morgen
  Das Wesentliche in Kurzform
Die Informationsbeschaffung via Internet beeinflusst massiv die strategische Ausrichtung von Presseverlagen. Ein Umdenken ist gefragt. Der Leser soll bei den eigenen Print- und Online-Produkten gehalten oder sogar hierfür neu gewonnen werden. Die Verlage denken dabei über Personalisierung und Zielgruppenansprache bis hin zur ausschließlichen Publikation im Internet nach. Für den informationssuchenden User wird aber wenig getan. Das Webkleber-Tool "NimmLink" ist ein Beitrag um hier etwas Abhilfe zu schaffen.

Gleichzeitig weiten die Suchmaschinen ihre Dienste immer mehr aus und bedrängen stark die bisherigen Geschäftsfelder der Presseverlage. Anwender wiederum können kaum noch mit den Entwicklungen der Suchmaschinen Schritt halten und fühlen sich teilweise auch überfordert. Auf die neuesten und wichtigsten Suchtechniken wird - auch im Hinblick auf Medienpublikation - nachstehend kurz eingegangen. Wegen der weitreichenden Funktionen, den Zielen von Google und den Problemen beim Einsatz von Sidewiki ist für die "Suchhilfe Sidewiki" ein Extra-Artikel verfasst worden.

  Unterstützung für informationssuchende User
Viele Websites, so auch die von großen Verlagen setzen auf das "Mitmach-Web". Von einfachen Voting- und Kommentarfunktionen über "user-generated content" bis hin zum "Bürgerjournalisten" ist praktisch jede Ausprägung zu finden. Das Interesse der Verlage liegt vornehmlich im "Hochpushen von Seitenzugriffen" und in zweiter Hinsicht natürlich auch um das Einsparen von Kosten. Kleinere Website-Betreiber sammeln eher gern Inhalte, um sie dann durch das Zuschalten von Affiliate-Werbung oder Google-Adsense etwas zu "monetarisieren".

Es ist aber sehr erstaunlich, wie wenig bisher für den informationssuchenden User getan wurde. Bei der Entwicklung der Webkleber-Suchhilfen wünschten sich die Anwender ganz klar ein kleines einfaches Tool, dass sie bei der Suche nach Informationen im Web unterstützt. Dabei sollten möglichst auch eigene persönliche Daten mit Links und Text aus dem Web gemischt werden.

Mit dem Google Notizbuch gab es in der Vergangenheit eine derartige komfortable Anwendung. Der Zugang zu diesem Notizbuch ist aber schon seit längerem für neue Google-Accounts geschlossen worden. Yahoo versucht die Lücke mit dem Search Pad zu füllen. Das Search Pad von Yahoo greift aber nicht im gesamten Web, sondern nur bei der Yahoo-Websearch. Damit ist diese Yahoo-Funktion für die große Mehrheit der Anwender vollkommen unbrauchbar, weil sie auf allen anderen Websites nicht genutzt werden kann.

Beschreibung: Search Pad is a note taking application built into Yahoo! Search that automatically assists you in saving websites you visit and taking notes as you search. Search Pad helps you collect, edit, organize, save, print, and email your notes for immediate or future use. Search Pad is helpful in completing tasks and making decisions that require collecting information over multiple search sessions such as making a large purchase, planning a vacation or gathering information on a health issue (Quelle des Zitats).

Wie es mit der Yahoo-Suche weitergeht, bleibt abzuwarten. Microsoft und Yahoo haben vereinbart, dass Yahoo für 10 Jahre die Bing-Suchmaschine auf Yahoo übernimmt. Damit wäre praktisch die Yahoo-Suche gestorben. Ob die Kartellbehörden dem in dieser Form zustimmen, muss abgewartet werden. Nach einem Presseartikel der FTD kann Yahoo den Bündnisvertrag mit Microsoft bis zum Juli 2010 "im gegenseitigen Einvernehmen" beenden. Yahoo habe zudem das Recht, diese Frist nochmals um sechs Monate zu verlängern, wenn die Kartellwächter bis dahin kein grünes Licht gegeben haben.

Eine umfangreiche Clipping-Funktion bietet das kalifornische Unternehmen Evernote registrierten Anwendern. Abgesehen vom erforderlichen Log-In sind jedoch im kostenfreien Account "Promotions and advertisements" zu akzeptieren. Eine Änderung von abgelegten Dateien ist nur im kostenpflichtigen Account möglich (mehr dazu). Die Version 10 von Opera enthält in der so genannten Paneele einen kleinen Notizblock. Ein "Drag n' Drop" ist leider mit Opera 10 nicht möglich.

Das Webkleber-Tool NimmLink will einen Beitrag in dieser Hinsicht leisten. Es gewinnt keinen Schönheitspreis, ist aber sehr nützlich. Es ist eine reine HTML-Seite und erfordert keine Installation oder Registrierung. Neben Funktionen wie kleiner Notizblock mit URL-Konverter lassen sich aus einer NimmLink-Seite u.a. auch Suchanweisungen für eine Start- oder eine ThemenSuche per Copy&Click erzeugen. Siehe hierzu auch die Hilfe-Datei zu NimmLink.

Bei der Entwicklung von NimmLink wünschten sich Testanwender insbesondere Flexibilität. So zum Beispiel keine Installation, keine Registrierung und keine Festlegung auf "vorgekautem Content" für persönliche Startseiten. Vornehmlich wurde ein eigener Editor, so teilweise auch Word für die Dokumentation von Recherchen im Web eingesetzt.

Auch der Vorgang der Informationssuche ist aussagekräftig. NimmLink wird besonders umfangreich eingesetzt, je ernster das Thema ist oder wenn es um Fragen geht, die den eigenen Geldbeutel stark berühren. Dies ist häufig der Fall bei einer Informationssuche in den Bereichen "Gesundheit, Recht und Geld". Hierzu nur einige Beispiele von Recherchen der Testpersonen mit NimmLink-Unterstützung: "Cortison und Nebenwirkungen", "Therapie bei Hühnerauge", "Kindesunterhalt bei Scheidung", "Grillen auf Balkon, Terrasse", "Bankhaftung bei Anlageberatung". In diesen Beispielen wurden Suchergebnisse nicht nur protokolliert, sondern auch häufig durch eigene Notzien erweitert. Ein Anwender hat gleich mehrere NimmLinks für seine Versicherungen erstellt. Je eigene Versicherung ein NimmLink mit den wichtigsten Daten der Versicherungen (1 Blatt je Versicherung). Pfade zu Mails, und Word-Briefen mit der Versicherungsgesellschaft sowie URLs zu Vergleichen und Rechtsprechung kommen bei ihm auf die jeweilige Versicherungsseite (NimmLink-HTML-Seite).

Etwas anders sieht es schon bei der Urlaubsplanung aus. Auch hier wird NimmLink zwar gern eingesetzt und insbesondere wenn es um Fernreisen oder einen besonderen Urlaub geht. Bei der Suche und Buchung einer normalen Pauschalreise wird aber weniger vom Anwender dokumentiert. Die Art der Informationssuche ist zwar user-abhängig. Als Faustregel kann aber festgehalten werden: "Je beliebiger oder (ohne Wertung) je oberflächlicher die Suche ist, desto eher stört ein Tool wie NimmLink". Bei ernsthaften Recherchen "mit Tiefgang" ist das Tool wegen des Nutzwertes dagegen sehr willkommen.

Mit Sidewiki hat Google eine Kommentar-Funktion im Browser geschaffen, mit der Sie zu jeder Seite im Web Kommentare anzeigen, schreiben und freigeben können. Sidewiki ist eine Funktion der Google Toolbar, die im Internet Explorer und im Firefox integriert werden kann. Für die Nutzung dieses Google-Dienstes ist - wie üblich - ein Google-Account notwendig.

Wegen der weitreichenden Funktionen, den Zielen von Google und den Problemen beim Einsatz von Sidewiki ist für diese Suchhilfe ein Extra-Artikel verfasst worden.


  Änderungen der Suchmaschinen
Im Jahr 2009 sind auf dem Markt der Suchmaschinen zahlreiche Veränderungen und Neuzugänge zu beobachten. Die großen Platzhirsche "Google", "Yahoo" und "Microsoft" kämpfen mit Erweiterungen und neuen Produkten um Marktanteile. Entwickler, die auf den Suchindex einer der großen Platzhirsche zugreifen, bieten spezifische Adaptionen der großen Suchmaschinen. Und die Wissensmaschine WolframAlpha sieht in der Mathematik die Lösung für viele Wissensabfragen.

Ganz interessant ist in diesem Zusammenhang ein Interview von "magnus.de" mit einem Microsoft-Suchmaschinenexperten aus April 2009.

Zitat: Laut einer Microsoft-Analyse führt nur eine von vier Suchen zum gewünschten Ergebnis. Alarmierend, da 66 Prozent der untersuchten Onliner eine Suche zur Entscheidungshilfe starten. Davon entfallen 75 Prozent auf die Kaufvorbereitung von Produkten, 62 Prozent auf lokale Vorhaben und 45 Prozent auf die Suche nach Flügen und Hotels.

Microsoft baut selber auf seine Suchmaschine Bing. Einen sehr guten und anwenderfreundlichen Eindruck macht bei Bing die Multimediasuche nach Bildern und Videos. So werden Videos bereits angespielt, sobald der Mauszeiger über das Video-Bild bewegt wird. Bilder werden beim Runterscrollen automatisch nachgeladen und die wesentlichen Daten zum Bild werden mit Bewegen des Mauszeigers über das Bild eingeblendet.

Google hatet im August 2009 mit dem Codenamen "Caffeine" eine Beta-Version seiner Suchmaschine vorgestellt, deren Änderungen sich nur "unter der Motorhaube" befinden, so dass der Suchende keinen Unterschied im Layout sieht. Jeder im Internet kann Google Caffeine selber testen. Nach dem ersten Eindruck und den Mitteilungen im Blog des Google-Entwicklers Matt Cutts ist diese Suche noch schneller und der Index größer. In der StartSuche kann ein Vergleich der Suchergebnisse zwischen Google.de, Google.com und Google Caffeine komfortabel vorgenommen werden.

Was zählt, ist in erster Linie die Qualität der Suchergebnisse. Es sieht so aus, dass Google Caffeine die Eintragungen bei Wikipedia teilweise etwas herabsetzt und aktuelle Inhalte noch schneller indexiert. Stimmen aus amerikanischen Blogs weisen darauf hin, dass Google Caffeine die Relevanz der Suchergebnisse stärker am Inhalt (Text der Webseite) ausrichtet. Damit wären erhebliche Teile von SEO-Maßnahmen für künstlich aufgebaute Verlinkungen gefährdet. Dies ist sicherlich für Nutzer sehr positiv, denn viele SEO-Unternehmen optimieren die Websites ihrer Kunden über Linkaufbau, damit diese auf den Ergebnisseiten der Suchmaschinen möglichst weit oben angezeigt werden.

Jeder Verantwortliche im Business der Suchmaschinen fragt sich: "Wie können wir dem Anwender einfache Werkzeuge an die Hand geben, um eine Suchanfrage zielführend zu gestalten?" Einige neue und wichtige Ansätze der Suchmaschinen-Betreiber werden in diesem Artikel bei Webkleber.de dargestellt.


  Besser Finden — Suchtechniken im Wandel
Sowohl die großen privaten Medienhäuser als auch die öffentlich-rechtlichen Programmanbieter sehen in Google und ähnlichen Anbietern die Hauptkonkurrenz von morgen. Insbesondere Google wird als Hauptkonkurrent angesehen. Das "Zeitungssterben" in den USA wird neben der "Anzeigenkrise" auch auf die starke Ausbreitung von Google-Aktivitäten im Netz zurückgeführt, die früher dem klassischen Mediengeschäft vorbehalten waren. So kanalisiert Google mit seinem Internetangebot auch den Zugriff auf die Online-Angebote der Zeitungen ( mehr dazu im Artikel von Jan Hegemann zu Leistungsschutzrecht der Presseverlage).

Mit Blick auf Suchtechniken im Internet erweitern insbesondere Google und Yahoo kontinuierlich die Abfrage von speziellen Informationen. Mal sind es nützliche Funktionen und mal nur Spielereien (Gimmicks). Thomas "Tip" O'Neill prägte als langjähriger Sprecher des U.S.-Kongresses den Satz: "All politics is local." Trotz Globalisierung lässt sich daraus auch ableiten: "All business is local". "Local Services" und die "lokale Suche" gehören auch zu den Topthemen für Mobilfunkkonzerne und Suchmaschinen gleichermaßen.

Lokale Suche: Die Bereitstellung von "local services" im Zusammenhang mit der Lokalen Suche ist mittlerweile voll im Alltag akzeptiert. Viele Anbieter konkurrieren miteinander. Besonders gut hat uns bei den redaktionellen Prüfungen die lokale Suche bei Google Maps gefallen. Auch bei abgekürzten Eingaben wie "ise 25 hamburg" oder "rothenbaum 80 Hamburg" findet man bei Google Maps sofort die zoombare Karte zu den Adressen "isestraße" oder "rothenbaumchaussee". Hier der Link zu rothenbaum 80 Hamburg. Als Platzhirsch bietet Google mit Google Earth auch ein nahezu konkurrenzloses kostenfreies Produkt.

Neben der lokalen Suche etabliert sich immer mehr die themenspezifische Suche. Durch Integration von Funktionen aus dem Social Web, wie zum Beispiel "Bewerten & Empfehlen" versuchen die Suchdienste, ihre Nutzer zum Mitmachen zu animieren. Das so genannte Semantische Web soll helfen, die Bedeutung von Informationen für die automatische Weiterverarbeitung heranzuziehen. Mit WolframAlpha hat auch die erste bedeutende Wissens-Suchmaschine den Betrieb aufgenommen, die Antworten errechnet und nicht nur die Suchergebnisse aus einem riesigen Index abfragt.

Kein Erfolg hatte bisher die visuelle Meta-Suche. So ist zum Beispiel die hochgelobte visuelle Suchmaschine "Searchme" seit Mitte Juli 2009 insolvent und der Link "www.searchme.com" geht zu Google (mehr dazu). Vorschaubilder sagen nun mal nichts über den Wert des Inhalts aus. Die Zusammenstellung der Suchergebnisse dauert zudem länger und ein Copy &Paste ist wegen der Flash-Darstellung teilweise nicht möglich. Erkenntnis: "Vielen Suchenden kommt es auf den Inhalt an, nicht auf die Verpackung".


  » mehr einblenden zu    Widgets, Gadgets und ähnliche Tools
Schließen Widgets, Gadgets und ähnliche Tools
Widgets (oder auch Gadgets genannt) sind kleine Programme, die ausgesuchte Informationen in der Regel aus dem Internet auf dem Computerbildschirm bringen. Die Darstellung erfolgt auf dem Desktop oder im Browser. Beispiele: Börsenticker, Wetterprognosen, Sportnachrichten. Es handelt sich in der Regel um so genannte Push-Dienste. Die Informationen werden automatisch auf den Computer ohne Zutun des Anwenders "gepusht". Umfangreiche Übersichten (englischsprachig) finden Sie bei Yahoo oder hier konkret ein Beispiel von Google für den Desktop: Hotkey Search Tool. Viele Websites setzen derartige Tools zwecks Besucherbindung ein. So bietet u.a. Spiegel online den Internet-Besuchern zahlreiche Widgets zur Nutzung an.

Widgets und Gadgets, die auf dem Computer zu installieren sind, gelten als nicht gerade speicher-freundlich und unsicher. Schon vor vielen Jahren gab es so genannte TSR-Programme (Terminate and Stay Resident), die sich im Hauptspeicher festsetzten und die Arbeit erleichtern sollten. Ob und inwieweit es zu Konflikten mit anderen Installationen kommt, konnte nicht vorhergesagt werden. Auch Sicherheitsgründe sprechen grundsätzlich gegen eine Installation auf dem Desktop. Sicherer sind dagegen Tools, die nicht als Add-on im Browser bzw. auf der Festplatte Ihres Computer installiert werden. Hierzu zählen zum Beispiel Gadgets für die personalisierte Google Homepage. Im Zweifel stürzt nur der Browser ab.


  » mehr einblenden zu    Suchergebnisse berechnen statt nachschlagen
Schließen Suchergebnisse berechnen statt nachschlagen
Bei der Recherche für einen Artikel zur "Suche von Morgen und Übermorgen" stößt man auch auf Lösungsansätze, die Abfrageergebnisse berechnen statt in einem Index nachzuschlagen. Im Vordergrund steht die Wissensmaschine WolframAlpha, die Antworten errechnet und nicht die Suchergebnisse aus einem riesigen Index abfragt. Stephen Wolfram ist ein hoch anerkannter Mathematiker und Physiker.

Tests mit WolframAlpha zeigen, dass Suchbegriffe, die offensichtlich keine berechenbare Antwort liefern, auch nicht für die Wissensmaschine geeignet sind. Für Abfragen von statistischen oder wissenschaftlichen Fakten liefert WolframAlpha danach aussagekräftige Informationen, die für Forscher nützlich, für die meisten Menschen aber eher kryptisch sind.

Wolfram bezeichnet seine Wissensmaschine selber als "Computational Knowledge Engine". Sie steht damit nicht im direkten Wettbewerb zu Volltextsuchmaschinen für unstrukurierte Texte wie zum Beispiel Google oder Yahoo. WolframAlpha greift auch auf Datenquellen zu, die im Web nicht verfügbar sind und gibt die Antworten auch in grafischer Darstellung. Hintergund-Infos zur Person Stephen Wolfram und seiner Suchmaschine in einem weiterem Spiegel-Artikel.

Google stellte zeitgleich im Mai 2009 eine Suchfunktion vor, die auf öffentliche Datenquellen zugreift und ähnlich wie Wolfram Alpha grafisch aufbereitete Ergebnisse liefert. Die grafische Darstellung erinnert an die Speichen eines Rades. Die Option "Timeline" zeigt dem Nutzer eine chronologische Auflistung der gefundenen Dokumente. Davon profitieren in erster Linie wissenschaftliche Recherchen. Mit der von Google "Squared" genannten Funktion werden dem Anwender die Suchergebnisse als Tabelle mit Zusatzinformationen aus den gefundenen Websites angezeigt. Bei der Vorstellung der neuen Funktion "Squared" wurde von Google auf Daten vom "U.S. Bureau of Labor Statistics" und "U.S. Census Bureau's Population Division" zugegriffen. Die "Antwort-Berechnungsmaschine" von Stephen Wolfram geht aber deutlich weiter.


  » mehr einblenden zu    RSS-Feeds als Nachrichten, Web Slices ...
Schließen RSS-Feeds als Nachrichten, Web Slices ...
Aktuelle Nachrichten im RSS-Format unterstützen praktisch alle Browser. Nutzer können so die neuen Informationen zu einem bestimmten Thema schneller durchsuchen, ohne die Webseiten einzeln aufrufen zu müssen. Die Inhalte sind kurz und haben den Charakter von Kurznachrichten, Schlagzeilen oder so genannten kurzen Teasern.

Die kurzen Zusammenfassungen (RSS-Feeds) sprechen zielgerichtet den Nutzer an. RSS-Feeds haben weitgehend den Newsletter per Mail verdrängt. Dies ist nur logisch, denn der Leser kann anonym bleiben. Er muss keine Mailadresse offenlegen und kann die RSS-Quellen ganz leicht abonnieren bzw. das Abonnement löschen. Das ganze Thema Datenschutz (Opt-in, Opt-out) entfällt. Besonders attraktiv ist für eine Nutzung und Weiterverarbeitung auch das standardisierte Format von RSS-Feeds. Mehr zu RSS-Feeds bei Wikipedia.

Web Slices sind mit dem Internet Explorer Version 8 eingeführt worden. Es handelt sich um eine Mischung aus Mini-Webseite, RSS-Feed und Favorit (Lesezeichen). Mithilfe von Web Slices können Anwender bei entsprechend präparierten Webseiten sich Teile dieser Webseite anzeigen lassen, ohne dass Sie diese Webseite aufrufen. Dies ist sinnvoll bei verdichteten Inhalten, die sich häufig ändern. Beispiele: Auktion und Bundesligaticker.

Die Technik der RSS-Feeds und Web Slices ist grundsätzlich gut geeignet, ganz speziellen Informationswünschen der Anwender zu entsprechen. Eine Abfrage bei Google nach "suchanfragen als rss-Feed" bringt über 2 Millionen Suchergebnisse. Trotzdem gibt es bisher anscheinend keine große Anzahl attraktiver Angebote für den Anwender. Sowohl RSS-Feeds für Suchabfragen bei den Suchmaschinen als auch die Angebote von anderen Unternehmen, so zum Beispiel Kebberfegg als Keyword-Based RSS-Feed-Generator sind nur wenigen Nutzern bekannt und überzeugen auch nicht. An der Technik liegt es nicht. Die Angebote müssten aber inhaltlich mehr auf den Anwender eingehen. So hält auch Kebberfegg nicht, was der User sich erhofft.


  » mehr einblenden zu    Softwarelösungen für Unternehmen
Schließen Softwarelösungen für Unternehmen
Auf Websites wie zum Beispiel Recommind werden Softwareprodukte zur automatischen Informationskategorisierung angeboten. Es soll versucht werden, automatisch die Ergebnisse herauszufiltern, die für die spezielle Suchanfrage relevant sind. Die Software soll versuchen automatisierte Antworten auf Fragen zu finden wie "Was macht genau diesen Text besonders wertvoll? Ist dieser Text für mich als individuellen User wichtig?".

Das Internetportal der WirtschaftsWoche setzt gemäß ihrer Pressemitteilung vom 30. April 2009 die Suchtechnologie des Anbieters Recommind ein. Nach der Pressemitteilung stellen die Zusammenstellung der Ergebnisse und die Filtermöglichkeiten einen neuen Weg des "Findens" dar.

Ein schneller Test bei Wiwo.de zu Geschäftsführer listet unter Personen auf:
Merkel, Angela (138) Kauder, Volker (72) Beck, Volker (71) Stoiber, Edmund (52) Glos, Michael (46). Nur: Wer denkt bei Geschäftsführer an Angela Merkel? Das Ziel ist anscheinend eher eine "people-orientierte" Darstellung, denn es gibt in den Suchergebnissen auch einen TAB "Köpfe der Wirtschaft".


  Google SearchWiki
Google erlaubt eingeloggten Nutzern mit einem Google-Konto das Ranking von Suchergebnissen zu beeinflussen (Google SearchWiki). Damit könnte eingeloggte Google-Nutzer die Ergebnisse ihrer Suchanfragen an ihre individuellen Bedürfnisse anpassen. Da heutzutage nahezu jede Anwendung irgendetwas mit Social Web zu tun haben muss, kann man auf die Empfehlungen und Kommentare anderer Anwender für eigene Recherchen zugreifen. Ist man der Meinung, dass eine bestimmte Web-Seite in der Liste fehlt, kann man auch selbst einen Verweis zu dieser Seite hinzufügen. Im Einzelfall kann sogar die modifizierte Suchergebnis-Liste als eine Art persönliche Linkliste verwendet werden. Ein Nebenprodukt ist die eingeschränkte und temporäre Eliminierung von Suchmaschinen-Spam (zum Beispiel Preisvergleichsdienste).

So können Google-Nutzer bestimmte Suchergebnisse an die Spitze ihrer Ergebnisliste setzen, einzelne Suchergebnisse kommentieren und auch Suchergebnisse ausblenden. Die getätigten Einstellungen bleiben für zukünftige Suchaktivitäten erhalten. Voraussetzung: Der Google-Nutzer ist in seinem Google-Benutzerkonto angemeldet und hat insoweit keine Änderungen vorgenommen. Der eingeloggte Nutzer kann seine markierten Suchergebnisse wieder aufrufen und somit auch auf seine früheren Suchvorgänge wieder aktivieren. Am Ende der Seite stehen hierzu die Links "Alle meine Such-Wiki-Einträge anzeigen" und "Alle Einträge für dieses Such-Wiki anzeigen" zur Verfügung.

In wesentlichen geht es mithin darum, die Suchergebnisse zu personalisieren. Dieser Ansatz wird so manchem Nutzer erfreuen, denn er kann hiermit eine qualitative Selektion nach eigenen Bedürfnissen vornehmen. Und nur der Nutzer kennt (hoffentlich) seine Informationsbedürfnisse bei der aktuellen Suchaktivität. Auch die Kommentarfunktion kann grundsätzlich nützlich sein. Bei einem Test mit dem Suchbegriff "searchwiki" am 7. Mai 2009 meldete Google "1390 Einträge gespeichert für: searchwiki". Ein Nutzen konnte hieraus nicht gezogen werden. Es waren eher "Schrott-Kommentare". So gibt es auch Scripts, die SearchWiki einfach ausblenden.

Nachteile und mögliche Verbesserungen von SearchWiki
Eine Auflistung von Nachteilen ist immer etwas subjektiv geprägt. Doch allgemein kann man festhalten:

  • Niemand weiß, was mit diesen Änderungen und Anmerkungen passiert. Dienen sie etwa zukünftig auch zur Verbesserung des Algorithmus oder werden Sie zur internen Verwertung (sprich anwenderbezogene Werbung) gesammelt?
  • Für viele Anwender sicherlich ein großer Nachteil: Die Profile und Bewertungen sind für alle anderen Google-Mitglieder einsehbar. Kommentare und Anmerkungen sind öffentlich. Es können keine privaten Notizen hinterlegt werden.
  • Eine Domain oder Webpage kann nicht dauerhaft verbannt werden. Eine richtige Eliminierung von Suchmaschinen-Spam ist mithin nicht möglich.
  • Es gibt keine Funktionen, um die Suche auf bestimmte Domains oder Teile von Domains einzugrenzen. Eine thematische Suche ist damit nicht möglich.
  • Es fehlt eine Option zum Hin- und Herspringen zwischen der Normalanzeige der Suchergebnisse und der modifizierten Version. Der User muss sich hierfür extra ausloggen.
  • Es gibt keinen direkten Link zu den editierten Suchergebnissen (so genannter permanenter Link), der zum Beispiel per Mail weitergegeben werden kann.
Fazit: SearchWiki erleichtert für manche Nutzer die Durchführung allgemeiner und spezifischer Recherchen. Die Hilfe zu SearchWiki ist leichtverständlich. Im Einzelfall kann mit SearchWiki sogar eine modifizierte Suchergebnis-Liste als eine Art persönliche Linkliste produziert werden. Schön wäre es, wenn Google selber eine Art Export-Funktion für diese Links oder einen permanenten Link bereitstellen würde. SearchWiki würde so noch deutlich an Akzeptanz gewinnen.

Pikant ist der Name für diesen Dienst: Der Name "SearchWiki" erinnert sehr stark an das frühere Projekt "Wikia Search" von Wikipedia-Pionier Jimmy Wales. Auch dort konnten Nutzer ihre Ergebnisliste neu zusammenbauen und einzelne Ergebnisse kommentieren. Mehr zur Einstellung von Wikia Search.


  Suchergebnisse redaktionell bewerten
Offiziell behauptet Google, dass der Content nicht überwacht wird. Zitat: Wie Sie vielleicht wissen, repräsentiert Google das Web lediglich. Google sammelt und ordnet im Internet veröffentlichte Informationen, aber den Content selbst kontrollieren wir nicht. Quelle

Ein zweiteiliger Artikel bei Spiegel online aus April 2009 beschreibt anschaulich das Dilemma der Volltextsuchmaschinen und warum von Suchmaschinenoptimierern "hochgepushte" Seiten ganz oben im Ranking stehen, obwohl sie qualitativ minderwertig sind. Auch sehr ausgefeilte Algorithmen sind nicht wirklich der beste Weg um Relevanz (und damit auch Qualität) zu ermitteln.

Deutlich bessere Ergebnisse kommen aufgrund von Bewertungen von Menschen zustande. Sie bilden den Gegensatz zu einem Algorithmus, der für viele SEO-Tricks offen ist. Auf diese Weise kommt der gute alte, handgemachte Web-Katalog zu einem unverhofften Comeback. Webkataloge mit echter redaktioneller Betreuung waren auch in der Vergangenheit hoch relevant. Sie sind nur gescheitert, weil es kein kostendeckendes Geschäftsmodell für sie gab. Seit den Erfolgen von Wikipedia wird immer mehr nach Lösungen gesucht, die das Urteilsvermögen von Nutzern stärker einfließen lassen. Das semantische Web kommt ebenfalls ohne Hinweise und Tags der Autoren nicht von der Stelle (FTD-Artikel).

Mit dem oben beschriebenen Dienst "SearchWiki" hat Google im November 2008 einen weitreichenden Test zur Nutzung von Bewertungen ihrer User gestartet. Die Bewertungen sind natürlich immer subjektiv geprägt. Allerdings: Was von vielen Usern als irrelevant aussortiert wird, kann letztlich bei der entsprechenden Suchabfrage nicht so wichtig sein. Im Laufe der Zeit kann Google so einen riesigen Bewertungsindex aufbauen. Es ist zu erwarten, dass Google auf diese Weise Suchmaschinen-Spam im Ranking herabsetzen wird.

Der vom Webkleber bereitgestellte thematische Suchdienst soll nach der Hilfe-Datei einen Beitrag dazu leisten um qualitativ bessere Suchergebnisse ohne Registrierung (also anonym) zu erlangen. Dazu gehören u.a.: private Kommentare, private Links und beliebige Sucheingrenzungen.


  Sucheingrenzung und Suchmaschinen-Spam
SEO steht für "Search Engine Optimization". Gemeint ist damit die Optimierung der eigenen Inhalte, so dass sie in den Suchmaschinen bei den Suchergebnissen möglichst weit oben stehen. Eine Folge ist leider der Suchmaschinen-Spam. Jeder Sucher im Web kennt dieses Problem. Nicht immer ist aber die Website für unsinnige Links verantwortlich.
Bild zeigt Ausschnitt aus Google-Suchergebnissen zum Suchwort 'Webkleber'
Wenn man sich - zu diesem Screenshot - fragt, welche User überhaupt nach dem Ort "Webkleber" suchen, könnte man auch auf den Gedanken kommen, dass hier vielleicht kein User, sondern eine im Browser installierte Toolbar die Ursache ist. Denn mit Sicherheit handelt es sich nicht um Spam der Wetter-Website.

Mittels "Bewertung" durch den Anwender oder durch eine redaktionelle Leistung der publizierenden Website wird versucht, dieses Problem möglichst gering zu halten. Die ThemenSuche im Webkleber geht hier (bei Bedarf) sehr weit. So erlaubt sie die Suche auf einzelne Websites oder sogar nur auf Teile dieser Websites einzugrenzen. Für die ThemenSuche zu Geld- und Rechtsfragen wurden so bei Webkleber.de bis Mitte Juli 2009 im Hinblick auf Sucheingrenzungen redaktionell rund 1480 Websites und zusätzlich einzelne Teile dieser Websites auf Informationsgehalt und Nutzwert geprüft.

Mittels derartiger Sucheingrenzungen kann Suchmaschinen-Spam schnell und umfassend ausgefiltert werden. Eine weitere - aber umständliche - Möglichkeit sind User-Empfehlungen und User-Bewertungen. So erlauben die Schnittstellen zu Google und Yahoo! das Ranking der Suchergebnisse zu beeinflussen. So lässt sich "Spam in der Grauzone" bei einer Hochstufung qualitativer Websites spürbar weiter nach hinten verschieben oder sogar eliminieren. Auch der einzelne User darf seine Suchergebnisse bewerten (Beispiel Google SearchWiki).

Sucheingrenzungen im Suchfeld - insbesondere Google
Alle großen Suchmaschinen erlauben eine "erweiterte Suche", d.h. Einsatz von Filtern zwecks besserer Filterung der Suchergebnisse. Siehe hierzu Erklärungen zur Nutzung zu Google in deutscher Sprache und in englischer Sprache.

Auch durch Vorgabe von mehreren ausschließenden Website-Namen (ohne TLD wie .de, .com, .net usw.) kann bei der Suchabfrage eine manuelle Sucheingrenzung vorgenommen werden. Bei Google heißt das Zauberwort hierzu: "inurl:(Domain-Namen ohne TLD)" Im Beispiel einer Suchabfrage bei Google nach sdr panasonic tauchen vorne vorwiegend Shops und Pseudo-Preisvergleiche auf, die bei Weiterleitung zu den Shops je Klick einen Erlös generieren. Nun ändern wir die Suchabfrage und verpacken Sie in einen Link mit Minuszeichen vor "inurl", also "-inurl" und schließen so einige Domains von den Suchergebnissen aus. Beispiel zum Ausschluss. Sie sehen, dass rund 10 Domains in den Suchergebnissen nicht mehr auftaufen. Soll jetzt zum Beispiel "idealo" wieder dabei sein, reicht es aus, den Suchbegriff um den Namen (hier: "idealo") auf "sdr panasonic idealo" zu erweitern.

Umgekehrt geht es auch: Ohne Minuszeichen vor dem "inurl" wird nur in Seiten gesucht, deren URL diese Zeichenkette (String) enthält. Beispiel zur Sucheingrenzung. Dieser Google-Trick ist aber nur sehr eingeschränkt möglich. So werden keine vollständigen Domainnamen, wie shopping.de, ebay.de usw. akzeptiert. Es sind nur Zeichenketten (Strings) erlaubt. Der String "shopping" ist aber zum Beispiel auch in vielen anderen Website-URLs enthalten.

Die Zusammenfassung von Zeichenketten in der Abfrage ist als Trick ("Google-Hack") anzusehen und nicht als offizielle Google-Funktion. Die Reihenfolge der Suchergebnisse variiert auch mit wechselnder Reihenfolge der Strings. Ganz wichtig: NimmLink erlaubt die freie Umsetzung von URLs aus dem Text an beliebiger Stelle. Das Tool unterstellt daher, dass eine URL kein Leerzeichen enthält. Im vorgenannten Beispiel ist das Leerzeichen in der URL durch "%20" als Escape-Zeichen zu ersetzen: http://www.google.de/search?q=sdr+panasonic%20-inurl:(idealo|amazon|ebay|ciao|testberichte|shopping|pixmania|dooyoo|yatego|shoppydo|shomania)

Fazit: Als "Quick-and-Dirty-Link" können so in eingeschränktem Maße praktikabel Sucheingrenzungen bzw. Ausschlüsse von Suchergebnissen durch Strings in URLs vorgenommen werden. Es ist dabei auf die Reihenfolge zu achten: Erst kommt der Suchbegriff und danach die inurl(strings) und NICHT erst die inurl(strings) und danach der Suchbegriff. Tipp: Sofern Sie nicht mit einem HTML-Editor vertraut sind, lassen sich derartige Links auch in Ihrem Mailprogramm erzeugen und verwalten. Bei der automatischen Umsetzung von URLs in Links sollten in der URL bestimmte Zeichen (wie Leerzeichen) nicht enthalten sein. Das Leerzeichen ist daher mit "%20" als Escape-Zeichen darzustellen.


  Persönliche Startseiten
Personalisierte Homepages bieten alle großen Suchdienste, so zum Beispiel (Google und Yahoo). Besonders aktiv ist nach wie vor auch Netvibes. So heißt es bei Wikipedia: Netvibes ist ein kostenloser, Ajax-basierter Dienst für Startseiten einer gleichnamigen Softwarefirma aus Frankreich. Der Nutzer kann selbst gestaltete Module wie z. B. RSS-Feeds, E-Mail-Nachrichten, Podcasts, Bookmarks von del.icio.us, Flickr-Fotos und andere dynamische Inhalte auf einer Seite zusammenfassen und per Drag & Drop in Spalten und Tabs ordnen. Auch "Spiegel Online" versucht über Netvibes mehr Besucher an sich zu binden.

Großen Erfolg scheinen die personalisierten Homepages nicht zu haben. Eine simple und natürlich nicht repräsentative Eigenrecherche brachte folgendes Ergebnis. Trotz zahlreicher Fragen über einen langen Zeitraum bei Kollegen, Freunden und Sportkameraden: Es wurde keine einzige Person gefunden, die eine personalisierte Startseite regelmäßig nutzt. Der eine oder andere hatte sich zwar zu solch einem Service mal angemeldet, dann aber anscheinend sehr schnell die Lust an der Nutzung verloren. Erstaunlich ist übrigens, wie viele Internet-Nutzer noch die Startseiten des jeweiligen Internet-Providers (wie zum Beispiel von t-online) im Browser als eigene Startseite haben. Auch wenn die eigene Recherche keine signifikante Aussagekraft hat: Die Anbieter personalisierter Startseiten können nicht wissen, was den Nutzer wirklich interessiert und bieten daher nur "vorgekaute" Häppchen zur Einbindung an.

Wer beruflich oder privat viel im Internet unterwegs ist, bastelt sich häufig selber eigene Startseiten. Ein Beispiel aus der Redaktion von Finanztip.de in eigener Sache: Startseite ist eine einfache HTML-Seite mit rund 140 Links, strukturiert in 18 Rubriken. Dazu kommen - je nach Bedarf des Nutzers - noch ein paar private Links und - ganz wichtig - ein eigener Suchindex-Generator für die schnelle Suche in verschiedenen Bereichen (Behörden, Gerichte, Datenbanken, Presse-Sites) und in verschiedenen Suchmaschinen. Ein paar nützliche Bookmarklets im Browser (und vier Add-ons für den Browser) unterstützen ein schnelles Arbeiten. Die 4-spaltige Startseite - ähnlich wie Start Plus ist mit einfachen Table-Tags (HTML-Begriff) auf die Schnelle erstellt worden. Eine effizientere und persönlichere Startseite ist kaum vorstellbar.


  Persönliche Zeitung und Lesevergnügen
Wie binde ich meine Leser und Abonennten kostengünstig bei sinkenden Anzeigenpreisen und dem großen Wettbewerbsdruck aus dem Internet an meine Zeitung? Ein Thema, das sicherlich in vielen Strategiesitzungen auf der Agenda stand und immer noch steht. Spätetens seit Anfang 2009 kann man zunehmend in der Medienbranche Stimmen vernehmen, dass große Verlage insbesondere wegen der hohen Einbrüche bei Anzeigenerlösen bei Print-Objekten, teilweise sogar gepaart mit einem nachhaltigem Rückgang der verkauften (gedruckten) Auflage über reine Online-Zeitungen oder andere Zeitungsformen nachdenken. Auch die New York Times macht "Fingerübungen" in dieser Hinsicht.

Einen vielversprechenden Ansatz versprach sich die Schweizerische Post (Swiss Post) mit dem Arbeitstitel PersonalNews. Zitat: PersonalNews ist, was Sie lesen möchten. Sie bestimmen den Inhalt aus über 20 nationalen und internationalen Zeitungstiteln. Wählen Sie zum Beispiel den Wirtschaftsteil aus Zeitung A und den Sportteil aus Zeitung B. Am nächsten Tag wird Ihnen Ihre persönliche PersonalNews per Post in den Briefkasten oder per E-Mail zugestellt. Die Testergebnisse waren aber anscheinend alles andere als befriedigend, denn 1200 Anmeldungen von Abonnenten ohne Nennung der Anzahl der abgesprungenen Abonnenten klingt nicht positiv. Die Syntops GmbH gibt kurze Informationen über die aktuellen Produkte zu individualisierten Zeitungen. Der Link individuelle-zeitung.de verspricht mit PersonalNews die weltweit erste individuelle Tageszeitung.

Zur Technik: Die Zeitungsverlage liefern die Zeitungsinhalte an den "Inhalte-Aggregator" , der wiederum mit einer Software (z.B. Syntops GmbH) je Leser individuelle PDF-Dateien erstellt, sie danach ausdruckt (z.B. Edubook AG) und über den Postkanal an die Leserschaft verteilt. Ein weiteres Pendant ist von der InterTI GmbH in Berlin mit der persönlichen Zeitung niiu entstanden. Die Leser bei niiu wählen die Inhalte aus dem niiu-Inhalte-Pool, was in die persönliche niiu kommen soll. Ein Klick auf die angebotenen Zeitungen und Ressorts und die Titel werden für eine Übernahme vorgesehen. Danach sind noch Priorität und Umfang festzulegen.

Besondere Chancen beim Konsumer werden diese Ansätze aber wahrscheinlich nicht haben. Stammleser bestimmter Zeitungen werden so nicht zu erreichen sein. Wer will sich schon aus bestehenden Zeitungen und / oder Web-Inhalten umständlich seine Zeitung basteln? Sehr häufig werden die gleichen Agenturmeldungen mit leicht geändertem Inhalt in den Zeitungen veröffentlicht. Wie werden periodisch publizierte Beilagen integriert? Beispiel: "Mobiles Leben" in der Montagsausgabe der "Süddeutsche Zeitung" und "Technik und Motor" am Dienstag in der "FAZ"? Was ist mit dem typischen Leser in der U-Bahn? Soll er sich (notfalls) morgens noch die Zeitung zu Hause ausdrucken? Die persönliche Zeitung der Zukunft muss nahezu überall aktuell und schnell abrufbar sein.

Wahrscheinlich geht es eher in die Richtung "elektronische Reader". Im März 2009 war der Sony PRS-505 als erster "ernstzunehmender" Ebook-Reader auf den Markt gekommen, weil er im Buchhandel mit relativ viel Marketing aber anscheinend auch mit wenig Erfolg vertrieben wurde. Er stellt aber überhaupt keine Alternative für die Tageszeitung (online oder print) dar. Kein Wunder, dass Sony im August 2009 mit dem neuen PRS und dem Reader Daily Edition schnell nachlegen musste. Aber auch dieser Ansatz blieb erfolglos, Der (vergrößerte) Kindle DX von Amazon wird auch in Deutschland angeboten und ist ein weiterer Schritt, um den Leser an elektronische Zeitungsinhalte zu gewöhnen. So sind zahlreiche Zeitungsabos aus den USA mit dem Kindle DX buchbar.

Auf der Buchmesse 2009 in Frankfurt waren "Ebooks" zum ersten Mal ein großes Thema. Seit Anfang April 2010 wird der "iPad" von Apple ausgeliefert. Der iPad hat zwar viel Vorschusslorbeeren erhalten. Er eignet sich - wegen seiner farbigen LCD-Oberfläche - im Vergleich zu richtigen eReader wie zum Beispiel dem Kindle aber nur sehr eingeschränkt für den längeren Konsum von Leseinhalten. Zahlreiche Tests haben in den USA ergeben, dass sich kein echtes Lesevergnügen einstellt. So wird ein 3-D-Effekt beim "Umblättern" schnell zum lästigen Gimmick. Abgesehen davon werden viele Verlage sich nicht dem proprietären iTunes App Store unterwerfen. Der iPad wird sicherlich viele Käufer finden aber nicht als Abspiel-Medium den E-Book-Markt dominieren.

In naher Zukunft werden mehrere leichtgewichtige "elektronische Reader" mit schnellen Internetzugang wie zum Beispiel mit Long Term Evolution (LTE) ausgestattet sein. Eine Kombination zwischen Reader und Netbook könnte die Lücke besetzen. Wenn die Technik so weit ist, werden auch die Angebote von personalisierten Zeitungen folgen. Der jederzeitige Zugriff auf Suchdienste wie Google ist enorm wichtig, denn die "spontanen" Informationsbedürfnisse (Fernsehprogramm, Lottogewinnquoten, Veranstaltungskalender, Sportergebnisse usw.) wechseln ständig und wer will schon neben einem Reader noch ein Netbook für den Internetzugang als zweites Gerät mit sich herumschleppen. Ganz zu schweigen von den Kontakten in "Social Networks", die für viele junge Menschen offensichtlich aus dem täglichen Leben kaum noch wegzudenken sind.

Das Berliner Unternehmen Neofonie versucht mit dem WeTab im Markt der eReader einen festen Platz zu besetzen. Das auf Linux basierende Android-Betriebssystem des WeTab enthält u.a. USB-Anschluss, Card Reader und Zugang zum Android Marktplatz. Die spezielle Ausrichtung für Verlage mit Paid Content im WeTab soll Content-Anbietern eine offene und daher geeignete Plattform bieten. Verlage können so Inhalte nach eigenen Strategien anbieten und vermarkten. Das interaktive Lesen erfolgt mit dem vorinstallierten WeMagazine Reader, der natürlich auch multimediale Inhalte umfasst.

Aus dem gleichen Hause stammt auch die Suchmaschine WeFind. Auf den ersten Blick zeigt WeFind (vornehmlich) die Yahoo-Suchergebnisse, die allerdings bei Yahoo deutlich schneller und übersichtlicher angezeigt werden. In der Hilfe zu WeFind heißt es lapidar zu WeFind: "WeFind fungiert einerseits als universelle Suchmaschine und andererseits als Makler zwischen Suchenden und Wissenden. Dazu werden Such- und Communitytechnologien in innovativer Weise miteinander kombiniert".


  » mehr einblenden zu    Persönliche Spezialzeitungen im Abo
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Immer mehr Menschen verzichten auf eine (kostenpflichtige) Tageszeitung. Warum sollen "persönliche Tageszeitungen" nun diese "Nichttageszeitungsleser" begeistern und vor allem sind diese Personen wirklich bereit, hierfür auch zu bezahlen? Praktisch alle Versuche, zumindest in Deutschland, das Angebot von Zeitungs- und Zeitschrifteninhalten im Internet zu monetarisieren, d.h. Geld für den Abruf zu verlangen, dürfen als gescheitert angesehen werden. Ausnahme: Speziell für bestimmte Berufsgruppen bereitgestellte Informationen wie Artikel und Zugriff auf Datenbanken für Steuerberater usw.

Was hebt eine "persönliche Tageszeitung" von einer "normalen" Tageszeitung hervor? Ist es die Qualität des Inhalts oder nur die Auswahl der Inhalte? Ein Mehr an Qualität ist bei eng gefassten Themen sicherlich möglich. Nur dieses Mehr an Qualität liefern bereits zahlreiche kostenfreie Blogs und Websites im Internet. Das Auswählen, Ordnen und Gewichten sind wichtige Kriterien für Akzeptanz und ökonomischen Erfolg. Wenn der Anwender ihn aktuell interessierende Inhalte komfortabel zusammengestellt erhält, ist dies sicherlich attraktiv für ihn. Nur: Zahlt er wirklich "im Abo" dafür, dass er nicht selber im Internet danach suchen muss?


  Blogger vs. Journalismus und Geld verdienen
Die Suche nach Informationen im Netz wird von einem Zeitungssterben begleitet. Besonders ausgeprägt ist dieser Trend in den USA. Aber auch bei uns in Europa gibt es kaum einen Verlag, der sich diesem Thema ganz verschließen kann.

Ein kleiner Auszug aus Mai 2009:

  • Neulich widmete das Magazin der "Süddeutschen Zeitung" ein ganzes Sonderheft der Frage: "Wozu Zeitung?" Das ist eine gute Frage, weil sie sich in dem gegenwärtigen Medienumbruch viele Menschen stellen - und schlimmer: einige schon nicht mehr stellen. FAZ vom 20.05.2009
  • Die Einzigen, die in der digitalen Medienwelt bisher Kasse machen, sind Google und einige Blogger. Google dank seiner Textanzeigen, die den Werbekunden messbare Ergebnisse versprechen, und Blogger, weil sie praktisch keine Kosten haben. Stern.de
  • Als Alan Rusbridger jüngst nach Berlin reiste, hatte er vor allem ein Ziel: Provokation. "Viele Dinge wissen normale Menschen da draußen besser als Journalisten" [...] Rusbridger ist nicht irgendein Berufsnörgler, sondern Chefredakteur der britischen Qualitätszeitung "Guardian". Spiegel Nr. 20 vom 11.05.2009
"Klassische" Journalisten sind nunmal nicht per se bessere Berichterstatter als Bürger, die sich mit einem bestimmten Thema intensiv auseinandersetzen. Es geht hier nicht um allgemeinen "user-generated content", wo auf die Schnelle ein Beitrag oder ein Foto zu einer Website (wie Bild oder Stern) gesendet wird. Gemeint ist qualitativ hochwertiger Content. Wer als Blogger oder anderer Website-Betreiber an einem spezifischen Thema "nah und intensiv dran" ist, ist auf seine Weise eine Kapazität zu diesem Thema. Wenn es ihm dann noch gelingt, sein Wissen zu gewichten, zu ordnen und informativ zu vermitteln, ist der Inhalt hochqualitativ. "Klassische" Journalisten müssen hier im Zeitalter der fehlenden Schlussredaktion und abgeschafften Textdokumentation passen.

Kein Wunder, dass es ausreicht, eine Pressemitteilung im Abstand von mehreren Monaten noch einmal zu schicken, damit sie von Journalisten als neue Nachricht verkauft wird (Stefan Niggemeier im obigen FAZ-Artikel). Der Qualitätsjournalismus alter Schule ist einfach nicht mehr bezahlbar und wird in vielen Medien durch eine Art von beliebiger Berichterstattung ersetzt. Eine typische Folge sind Verwechselungen: So wurden in Printmedien in den letzten Jahren schon mal Madeleine Albright und Tzipi Livni als Verteidigungsminister bezeichnet. Im Fernsehen (heute.de - Steffen Seibert) wird eine Gewinnausschüttung (Bericht zur Commerzbank) als Betriebsausgabe angesehen. Der nachstehende Teil zu "Freiherr von Guttenberg" ist daher keineswegs ein Skandal, sondern einfach die natürliche Folge der technischen Entwicklung und der heutigen Arbeitsweise von Medienschaffenden.

Richtig ist generell die Aussage: "Viele Dinge wissen normale Menschen da draußen besser als Journalisten". Die Menschen müssen nur nachhaltig nah am Thema sein und ihr Wissen zielgruppengerecht vermitteln können. Da sie der Leserschaft zumeist unbekannt sind, haben sie allerdings mit dem Problem der Glaubwürdigkeit zu kämpfen. Der gleiche Inhalt eines Artikels statt bei http://unbekannterAutor.blogger.de nun im Kolumnen-Teil der "Zeit" wird ganz anders wahrgenommen. Nur wird dieser Unterschied auch noch in 3 bis 5 Jahren so stark sein?

Die Wirtschaftlichkeit ist eine ganz andere Frage. Nur eine Minderheit der Blogger kann von den Einnahmen leben. Zumeist handelt es sich bei den Einnahmen ausschließlich um Werbeerlöse. Merkantiler Eigensinn und Kompetenz schließen sich aber nicht aus. Hierzu 3 spezifische Beispiele zum Thema Reisen, die wirtschaftlich durchaus Erfolg haben können:

  • Berg-Gorilla Trekking in Ruanda
  • Radwandern in Mecklenburg-Vorpommern
  • Urlaub auf Madeira
Die Bereitstellung hochwertiger Inhalte zu einem solchen Reisethema leidet nicht darunter, wenn der Hauptzweck in der Erzielung von Werbeerlösen oder Vermittlungsprovisionen begründet ist. Auch müssen nicht notwendigerweise eigene Inhalte geschaffen werden. Es reicht häufig vollkommen aus, den Wegweiser im Gestrüpp der Daten und Informationen zu übernehmen. Die Leistung liegt dann im Filtern, Ordnen und Gewichten der Inhalte. Kontinuität ist hingegen unerlässlich. (mehr für Einsteiger).

  Recherche im Web am Beispiel "Wilhelm" zu Guttenberg
Auch große und namhafte Medien suchen im Web nach Inhalten für ihre Artikel und Berichterstattungen. Spätestens mit dem Bekanntwerden des ungeprüften Abschreibens aus Wikipedia am Beispiel "Wilhelm" zu Guttenberg wurde auch der medieninteressierten Allgemeinheit deutlich, dass eine fundierte Eigenrecherche von Webnutzern es häufig mit vielen Berichterstattungen namhafter Medien aufnehmen kann.

Im Beispielsfall "Guttenberg" hatten Websites wie zum Beispiel handelsblatt.com, heute.de, spiegel.de und auch die Printmedien einschließlich TV-Sender einfach aus Wikipedia ungeprüft abgeschrieben. Mehr dazu im Artikel Wie ich Freiherr von Guttenberg zu Wilhelm machte.

Der Fall "Wilhelm zu Guttenberg" ist der bekannteste Fall aber beileibe kein Einzelfall. Eine totale "Medienverwahrlosung" haben wir zwar trotzdem nicht zu befürchten. Nur die Qualität in der Medienberichterstattung ist in den letzten Jahren nachweislich deutlich schlechter geworden. Textdokumentation und Schlussredaktion waren früher selbständige Abteilungen in vielen Verlagen. Heute sind sie stark ausgedünnt worden.

Von den publizistischen Flagschiffen mal abgesehen, gilt für manche Verlage Online-Journalismus als zweitklassiger Journalismus. Nicht zufällig lautetete das Motto des 3. Internationalen Mediendialogs am 8. Juni 2009 in Hamburg: "No future for paid content?". Ohne Gewährung eines Leistungsschutzrechtes sehen selbst die Verleger einen weiteren Qualitätsverlust in der Berichterstattung. Es geht also in erster Linie um das Geld. Nachdem nun Rupert Murdoch im August 2009 vorgeprescht ist und für alle seiner Zeitungen die Online-Nutzung zu einem erheblichen Teil kostenpflichtig machen will, möchten ihm auch einige deutsche Verlage folgen. Bisher haben nach Presseberichten nur das Wall Street Jounal und die Financial Times nachhaltig Erfolg mit kostenpflichtigen Inhalten im Netz.

Als Folge nehmen immer mehr Leser und Nutzer von Online-Medien eine gesunde Portion an kritischer Distanz gegenüber veröffentlichten Inhalten ein. Diese Distanz gilt aber nicht nur für Inhalte im Web, sondern auch für gedruckte Inhalte, denn auch der gedruckte Inhalt stammt aus dem Computer des Autors und wird von dem Verlag veröffentlicht. Nur das Transportmedium ist ein anderes. Früher galt: "Dass stimmt - Ich habe es in der Zeitung gelesen". Das war früher - heute ist heute.


  » mehr einblenden zu    Nutzung von Medien und Recherche im Netz
Schließen Nutzung von Medien und Recherche im Netz
Websites wie Schulen ans Netz e.V. oder der sehr empfehlenswerte Medienblog von Stefan Niggemeier befassen sich intensiv mit der Nutzung (Chancen und Risiken) digitaler (und gedruckter) Medien. Der Blog von Stefan Niggemeier ist sehr zu empfehlen.

Vom gleichen Autor stammt der BILDblog. Während bis zum Jahr 2009 im BILDblog nur die Inhalte von "Bild", "Bild am Sonntag" und "Bild.de" kritisch hinterfragt wurden, ist hieraus jetzt ein Watchblog für deutsche Medien geworden. Allen medieninteressierten Personen und insbesondere auch jungen Menschen, deren Berufswunsch sich nicht selten in "irgendetwas mit Medien" artikuliert, sollten hin- und wieder in diese Blogs "reinschauen".

Nur das Web bietet dem Nutzer den Zugriff auf unendlich viele Informationen und Informationsquellen. Von der einfache Suche bis hin zur komplexen Recherche bietet das Web. Eine qualitativ gute Suche oder auch Recherche im Web sorgt zumeist auch für gute Ergebnisse. Leider bieten nur wenige Websites Hilfestellung für die Recherche an. (Beispiel: Wirtschaftsuniversität Wien).

"Ich habe mal im Web recherchiert". Der normale Anwender versteht darunter zumeist eine intensive Suche. Er will damit nicht sagen, dass er eine journalistische Leistung erbringt, sondern er möchte nur seinen Informationswunsch befriedigen. Wie der Fall "Wilhelm" zu Guttenberg deutlich machte, ist der Übergang ohnehin sehr fließend. Einen guten Einstieg zum Begriff "Recherche im Internet" gibt ein entsprechender Artikel bei Wikipedia.

Zwar steht im Web die Suche in Texten und das einfache Abfragen von Datenbanken wie zum Beispiel der Preisvergleich (preisvergleich.de, idealo.de, billiger.de, guenstiger,de, evendi.de usw.) klar im Vordergrund der Web-Suche. Mittlerweile wird heute aber nach allem gesucht. Zunächst über die bekannten Suchmaschinen im Oberflächenweb und sofern bekannt und der Zugriff möglich ist, auch im so genannten Deep Web. Die Online-Recherche gehört zum Alltag des Journalisten und wird immer mehr auch vom ambitionierten Webnutzer durchgeführt.

Ein reiner Vergleich von kommerziellen Angeboten mit präzisen Nutzervorgaben (Beispiel: Stromkosten oder Tagesgeldkonditionen ist mittlerweile Standard im Web. Die Suche nach derartigen Vorteilsvergleichen - so wichtig sie auch für den eigenen Geldbeutel sein mögen - fallen nicht unter den Begriff "Recherche".

Webnutzer betreiben zunehmend eigene Recherche nach abstrakten Informationen im Netz. Das Hauptproblem: Wie sicher und verlässlich ist die gefundene Information? Das Beispiel "Wilhelm zu Guttenberg" zeigt, dass eine kritische Einschätzung nicht verkehrt ist. Da Ministerien, Gerichte und Behörden immer mehr dazu neigen, die eigenen Inhalte im Web zu erweitern, ist zumindest in dieser Hinsicht (teilweise) ein Informationsvergleich mit anderen Website-Inhalten möglich. Es sei denn, alle schreiben von diesen Seiten ab.

Für die Recherche im Internet gibt es für die großen Browser hervorragende und kostenfreie Add-ons. So zum Beispiel für den Firefox-Browser Read it later. Wer will kann sich auch Software zur Recherche auf dem Desktop installieren (Beispiel: Macropool). In aller Regel ist dies aber nicht erforderlich. Die Webkleber-Suchhilfen und Tools verstehen sich als ein weiterer Beitrag für eine gezielte und komfortable Recherche im Web. Aber auch für Gelegenheitsnutzer soll die allgemeine Suche und Dokumentation der Ergebnisse erleichtert werden.


  Fazit zur Suche von morgen
Wenn man es auf den Punkt bringt, möchte der "normale" Webanwender den Zugang zu seinen Informationen "einfach, schnell und kostenfrei". Nur eine Minderheit der Web-Nutzer ist bereit, neue und unbekannte Suchtechniken wie Widgets, Gadgets und ähnliche Tools einzusetzen. Die gleiche Einschätzung gilt für Persönliche Startseiten mit ausschließlich vorgegebenen und nicht vom Anwender frei bestimmbaren Inhalten und Suchfunktionen.

Das Potenzial von RSS-Feeds ist im Hinblick auf Suche im Web sicherlich nicht ausgeschöpft. Die Angebote müssen aber inhaltlich mehr überzeugen. Spezialsuchmaschinen bzw. eine thematische Suche bei Google und Yahoo haben Zukunft. Die Mediennutzung verlagert sich immer mehr ins Internet. Insbesondere aus Zeit- und vor allem aus Kostengründen ist bei vielen Medien eine inhaltliche Verschlechterung zu verzeichnen. Der Medienexperte Jeff Jarvis beschreibt in einem Spiegel-Interview aus Mai 2009 Ansätze, wie das Informationsgeschäft der Medien demnächst aussehen könnte.


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